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2020 – Schoko-Ehrenwort

Mit „2020 – Schoko-Ehrenwort“ starten wir am 12.06.2012 – dem Welttag gegen ausbeuterische Kinderarbeit – ein langfristig angelegtes Programm, dessen Projekte alle auf ein großes Ziel hinarbeiten:

Bis zum Jahre 2020 sollen die großen Konzerne der Schokoladenindustrie
in Deutschland effektive Maßnahmen eingeführt haben, um nachweislich sicherzustellen, dass in ihrer gesamten Produktionskette keine wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern stattfindet.


Ausbeutung von Kindern für Kakao

Millionen Kinder werden jedes Jahr entführt oder ihren Eltern mit falschen Versprechungen abgekauft,
um sie dann als Sklaven z.B. an die Kakaoplantagen der Elfenbeinküste oder Ghanas zu verkaufen.
Hier müssen die Kinder unter gefährlichen und zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen elf, zwölf Stunden am Tag schuften, um Kakao für die großen Konzerne der Schokoladenindustrie zu ernten, sodass wir hier in den Genuss von preiswerter Schokolade kommen.

Mit einem Marktanteil von 13% an der weltweiten Produktion (SÜDWIND e.V., 2009) ist Deutschland nach den USA der zweitgrößte Importeur von Kakao und steht an der Spitze der europäischen Importländer, die zusammen einen Marktanteil von fast 60% des weltweiten Kakaomarktes einnehmen. Damit haben wir eine besonders starke Einflussmöglichkeit auf den Weltmarkt und somit auf die Produktionsbedingungen von Kakao.


Das Harkin-Engel-Protokoll

Im Jahre 2001 wurde das Harkin-Engel-Protokoll auf den Weg gebracht, das von acht führende Schokoladenherstellern, darunter Mars, Nestlé und Barry Callebaut, gemeinsam mit den US-Politikern Tom Harkin und Eliot Engel sowie Vertretern der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) und NGOs ausgearbeitet und unterzeichnet wurde. Darin verpflichteten sich die Unternehmen sicherzustellen, dass der Anbau sowie die Verarbeitung von Kakao frei von den schlimmsten Formen der Kinderarbeit gemäß Konvention Nr. 182 der ILO stattfindet.
Diese Selbstverpflichtung ist bis heute jedoch leider nur unzureichend umgesetzt worden. Die erste Frist im Jahre 2005 wurde nicht eingehalten und auf 2008 verschoben, um dann erneut auf drei weitere Jahre verlängert zu werden. Das neue Ziel lautet nun: Bis zum Jahre 2020 soll sich der Anteil an ausbeuterischer Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste und Ghanas um 70% verringern.


Das neue Ziel: 2020!

Neben dieser Erweiterung des Harkin-Engel-Protokolls gibt es inzwischen weitere Selbstverpflichtungen von Mars, Ferrero sowie der Deutschen Bundesregierung:

Mars kündigte 2009 als erster Großkonzern der Schokoladenindustrie an,
bis zum Jahre 2020 zu 100% auf nachhaltigen Schokoladenanbau ohne ausbeuterische Kinderarbeit umzusteigen.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verkünden Ende März 2012 die Gründung des "Forums Nachhaltiger Kakao". Das vom Mit-Initiatior Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie erklärte Ziel: Bis 2020 sollen 50% des in Deutschland benötigten Kakaos aus nachhaltigem Anbau kommen.

Ferrero kündigt im April 2012 ebenfalls an, bis 2020 zu 100% auf nachhaltigen Schokoladenanbau ohne ausbeuterische Kinderarbeit umzusteigen.

Wir begrüßen die neuen Entwicklungen und nehmen die Versprechen ernst!
Da die vergangen Jahre gezeigt haben, dass freiwillig geschlossene Selbstverpflichtungen zwischen Unternehmen und spezialisierten Institutionen alleine nicht ausreichen, um die Umsetzung sicherzustellen, werden wir von nun an auch aktiv dazu beitragen, diese junge, positive Entwicklung zu forcieren, indem wir die breite Öffentlichkeit aktiv einbinden!

Es wissen noch nicht alle von den schlimmen Bedingungen, unter denen Kinder für die Schokoladenindustrie schuften müssen, oder gar von den Selbstverpflichtungen der oben genannten Unternehmen. Das werden wir ändern! Denn nur in einer informierten Gesellschaft kann jeder von uns als mündiger Konsument von den Unternehmen nachdrücklich fair gehandelte Schokolade ohne ausbeuterische Kinderarbeit fordern und diese langfristig an ihre Versprechen binden sowie weitere große Schokoladenhersteller mit ins Boot holen.



Infos zur wirtschaftlichen Ausbeutung von Kindern

Bei Fragen und Anregungen rund um das Programm: 2020-ehrenwort[at]make-a-change.de


Osnabrück, den 1. Juni 2012