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Was wir tun können


Kinderarbeit sofort stoppen?

Organisationen wie die ILO haben einen Plan aufgestellt, um die Kinderarbeit bis 2016 abzuschaffen. Ginge es nach der ILO, sollten alle Länder der Welt diesen Plan unterschreiben und in die Tat umsetzen. Viele Länder, in denen es nach wie vor Kinderarbeit gibt, haben diesen Plan unterschrieben und Gesetze verabschiedet, die Kinderarbeit verbieten. Diese Gesetze werden, wie wir gesehen haben, jedoch nicht immer in die Tat umgesetzt.

Die Frage, ob jede Form von Kinderarbeit per Gesetz verboten werden sollte, wird mit gutem Grunde kontrovers diskutiert. Es besteht nämlich dadurch die große Gefahr, dass Kinderarbeit immer stärker in die Illegalität abgedrängt wird, wodurch vor allen Dingen deren Vertuschung bestärkt wird und so eine Ausuferung in ausbeuterische Formen der Kinderarbeit umso wahrscheinlicher wird.
Des Weiteren wird dadurch eine Selbstorganisation der Kinderarbeiter unmöglich gemacht. Gewerk- schaften von Kinderarbeitern stellen jedoch einen wirksamen Schutz vor Ausbeutung dar.

Ein abruptes Abschaffen jeglicher Form von Kinderarbeit ist also nicht ohne Weiteres umzusetzen, da bei solchen Überlegungen der schwierigen Lebensrealität der Kinderarbeiter nicht genügend Rechnung getragen wird. Um Kinderarbeit auf langer Sicht abschaffen zu können, müssen alle Maßnahmen auch eine Alternative für die in Armut lebenden Familien bereit halten, wenn ihre Kinder plötzlich nicht mehr arbeiten und Geld mit nach Hause bringen, sondern in die Schule gehen sollen.


Lösungsansätze

Im letzten Abschnitt haben wir festgestellt, dass Kinderarbeit nicht sofort abgeschafft werden kann. Trotzdem soll das Ziel, Kinderarbeit langfristig abzubauen, nicht aus den Augen verloren werden.
Der Umstand, dass Kinder gezwungen sind, täglich stundenlang hart zu arbeiten, um überleben zu können, ist nicht hinnehmbar.


Bildung

Allen voran ist die Verwirklichung des Kinderrechts auf Bildung ein wichtiges Ziel im Kampf gegen Kinderarbeit. Denn nur mit Bildung bekommen die Kinder eine reelle Chance auf höhergestellte Arbeit. Dabei müssen diese Bildungsangebote so gestellt werden, dass sie die Kinder notfalls auch neben ihrer Arbeit wahrnehmen können, damit die Existenz der Familie nicht gefährdet wird. In dem Fall kann es sonst nämlich schnell passieren, dass Kinder aus den Bildungsprogrammen wieder entzogen werden, damit sie wieder arbeiten und Geld mit nach Hause bringen. Sämtliche Bildungsprogrammen müssen also unbedingt an die Lebenswelt der Kinder angepasst sein, damit die Bildung von den Kindern nicht als Bürde, sondern tatsächlich als Chance aufgenommen wird.


Ausbeutung stoppen

Unter dem Motto "Ja zur Arbeit, aber nein zur Ausbeutung!" organisieren sich z.B. in Lateinamerika bereits Kinderarbeiter. Es bedeutet, dass Kinderarbeit genauso offiziell anerkannt werden soll wie Erwachsenenarbeit. Dazu ist es notwendig, Kinder zu unterstützen, indem wir ihnen, unabhängig vom Alter, die gleichen Arbeitsrechte zugestehen. Denn die Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist unabdinglich, um die Situation der Kinderarbeiter zu verbessern und sie vor wirtschaftlicher Ausbeutung zu schützen (siehe: Wirtschaftliche Ausbeutung von Kindern). Dazu gehört:

-   Regelung der Arbeitszeiten,
-   Sicherung des Arbeitsplatzes (Schutzkleidung, Unfallschutz, Belüftung),
-   menschenwürdige Unterbringung und Versorgung der arbeitenden Kinder,
-   bessere Entlohnung und Sicherung von zeitlichen Freiräumen für den Schulbesuch.

Desweiteren müssen die Kinder die Möglichkeit haben, sich in Gewerkschaften organisieren zu können. Nur so können sie für ihre Interessen eintreten und aus der Machtlosigkeit ausbrechen, damit sie gegenüber Personen und Instanzen, von denen sie abhängig sind, eine stärkere Position erlangen.
Nur so können Kinderarbeiter vor Ausbeutung geschützt werden.