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Hintergrundinformationen


Risikofaktoren

Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu führen können, dass Kinder Gefahr laufen, in die Hände von Menschenhändlern zu fallen und missbraucht zu werden.

Zum einen stammen die Kinder oft aus extrem armen Regionen, in denen auch die Eltern schwer oder gar keine Arbeit finden. Indem sie sich prostituieren oder dazu gezwungen werden, tragen sie direkt zum Überleben der Familie bei. In einigen Fällen werden die Kinder dann direkt von der Familie an Bordelle verkauft oder „arbeiten“ so die schulden ab, welche die Eltern bei Geldleihern gemacht haben. In ihrer Not glauben auch viele Eltern den Versprechen von Menschenhändlern, ihre Kinder würden in der Stadt die Möglichkeit haben, eine Ausbildung zu bekommen oder arbeiten zu können.

Vor allem wenn die Kinder schon in der Familie sexuelle Gewalt erlebt oder selbst erfahren haben, besteht ein hohes Risiko, dass sie später in das Sex-Geschäft „abrutschen“. Diese Gefahr besteht besonders dann, wenn die Kinder von zu hause weglaufen und sich selbst durchschlagen müssen. Durch den erlebten sexuellen Missbrauch sind viele Kinder „sexualisiert“, das heißt, dass ihre Persönlichkeit so beschädigt wurde, dass sie leichter sexuellen Kontakt zu Erwachsenen aufnehmen. Oftmals, vor allem in Regionen, in denen Töchter traditionell als weniger wertvoll gelten als Söhne, erleben Mädchen schon im jungen Alter Gewalt und/oder sexuellen Missbrauch. Durch ihren geringen „Wert“ und die weit verbreitete Ansicht, dass die Frauen dennoch was zum Unterhalt der Familie beitragen sollen, werden sie oft ausgebeutet und nicht selten an Bordelle verkauft oder von der Familie zwangsprostituiert.


Folgen für die Kinder

Der sexuelle Missbrauch führt den Kindern unweigerlich schwere psychische und physische Schäden zu. Viele in den Bordellen eingesperrte Kinder werden von ihren Zuhältern oder Freiern geschlagen, angekettet, mit Zigaretten verbrannt oder auf andere Weise gefoltert. Außerdem ist das Risiko hoch, dass sie sich mit einer Geschlechtskrankheit anstecken oder mit HIV infiziert werden. Auch greifen viele Kinder zu Drogen, um ihr Schicksal ertragen zu können oder werden von ihren Ausbeutern drogenabhängig gemacht.

Einige Kinder haben das Glück, ihren Peinigern entfliehen zu können und finden Zuflucht bei Hilfsorganisationen oder können zu ihren Familien zurückkehren. Aber selbst wenn sie von ihren Familien nicht stigmatisiert und verbannt werden, bleibt ihr Trauma ein Leben lang. Ohne ärztliche Behandlung und eine langfristige Therapie haben diese Kinder kaum eine Chance, wieder ein normales Leben führen zu können.