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Definition

Sexueller Missbrauch von Kindern bezeichnet einzelne oder mehrere sexuelle Handlungen
an, mit oder vor einem Kind.
Diese Handlungen geschehen meistens gegen den Willen des Kindes oder es kann aufgrund des deutlichen Gefälles im Hinblick auf Alter, Reife und/oder Macht, das in der Regel zwischen Täter 1 und Opfer herrscht, nicht von einer gleichberechtigten Einwilligung gesprochen werden (vgl. Engfer, 2005; gesetze-im-internet.de, 2009).

Es können dabei verschiedene Formen des sexuellen Missbrauchs unterschieden werden, die sich oft auch überschneiden (vgl. Deegener, 2005; Engfer, 2005; gesetze-im-internet.de, 2009):

Sexueller Missbrauch ohne Körperkontakt

Sexueller Missbrauch mit Körperkontakt

Sexueller Missbrauch mit Körperkontakt an den Genitalien und/oder mit Masturbation

Sexueller Missbrauch mit versuchter oder vollzogener Penetration
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Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist eine Form von Kindesmisshandlung, worunter „gewaltsame psychische oder physische Beeinträchtigungen von Kindern“ (Engfer, 2005) fallen, die entweder durch aktive Handlung oder durch Unterlassung verursacht werden. Vom sexuellen Missbrauch begrifflich abzugrenzen sind daher folgende Formen der Misshandlung:

Körperliche Misshandlung
Hierunter werden alle physischen Gewalthandlungen gegen das Kind gefasst, die Verletzungen beim Kind verursachen können (z.B. Schlagen, Treten, Schütteln, Zerren, Verbrennen, Einsperren u.a.).

Psychische Misshandlung
Hierunter versteht man „alle Handlungen oder Unterlassungen von Eltern oder Betreuungspersonen,
die Kinder ängstigen, überfordern, ihnen das Gefühl der Wertlosigkeit vermitteln“ (Engfer, 2005), z.B.
in Form von Beleidigungen oder das Ignorieren des Kindes.

Vernachlässigung
Diese Form der Misshandlung zeichnet sich durch eine unzureichende körperliche Versorgung (Ernährung, Gesundheit, Körperpflege), einer mangelhaften Förderung der Entwicklung des Kindes sowie einer unzureichenden Betreuung und Schutz vor Gefahren aus. Vernachlässigung ist die häufigste Form von Kindesmisshandlung, die sich häufig über mehrere Jahre erstreckt (Engfer, 2005).

In der Regel treten die verschiedenen Misshandlungsformen nicht isoliert voneinander auf, sondern greifen oft ineinander über, sodass Kinder in problembehafteten Familien einem höheren Risiko ausgesetzt sind, zusätzlich Opfer von sexueller Gewalt zu werden. Es ist daher unerlässlich, solche Familien frühzeitig zu identifizieren und ihnen Hilfe zukommen zu lassen.



1 Der Begriff wird umfassend für "Täter" und "Täterin" benutzt.
2 Penetration (sexualwissenschaftlich): Eindringen des Penis in den Körper.