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Stellungnahme von Nestlé

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Es ist unser Ziel, Kinderarbeit in unserer Lieferkette für Kakao zu beseitigen.

Kinderarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette, weder bei Kakao noch bei anderen Rohstoffen. Während wir in unseren eigenen Prozessen und bei unseren unmittelbaren Lieferanten mit hohen Sozial- und Arbeitssicherheitsstandards arbeiten, und dies auch entsprechend durch unabhängige Dritte überprüfen lassen, ist die effektive Umsetzung dieser Standards bei den vorgelagerten Lieferstufen eine Herausforderung für die gesamte Branche. Dies gilt vor allem für Kakao, da die Lieferketten – insbesondere in Westafrika - normalerweise intransparent sind. Diese Intransparenz führt zu Risiken und Fehlanreizen in der Lieferkette und erschwert die effektive Durchsetzung von Sozial- und Arbeitssicherheitsstandards.

Wir bauen daher die direkte Zusammenarbeit mit Kakaobauern und ihren Gemeinschaften aus, um transparente Lieferketten zu schaffen und so einen Einfluss auf die Lebensbedingungen der Bauern ausüben zu können. Diese Maßnahmen haben wir im „Nestlé Cocoa Plan“ gebündelt. Weltweit arbeiten wir bereits mit rund 680.000 Bauern direkt zusammen, die Nestlé u.a. mit Kaffee, Milch und Kakao beliefern.

Zu den wichtigsten Maßnahmen des Cocoa Plan gehört der Aufbau transparenter Lieferketten und die direkte Unterstützung von Partner-Kooperativen mit Trainings und leistungsfähigen Kakaopflanzen.
Die Bauern erhalten neben technischer Unterstützung und Beratung auch Prämien für eine höhere Qualität der Kakaobohnen. Die Maßnahmen umfassen auch Sensibilisierung und Schulungen gegen Kinderarbeit sowie den Bau von Schulen in den Partnerkooperativen. Im Rahmen des Cocoa Plan arbeiten wir auch mit den vor Ort tätigen Zertifizierungsorganisationen zusammen.

Nestlé ist als erstes Lebensmittelunternehmen eine Partnerschaft mit der Fair Labor Association (FLA), einer Non-Profit-Organsiation mit Sitz in Washington/USA, eingegangen. Wir haben die FLA darum gebeten, unsere Lieferkette in der Elfenbeinküste systematisch zu erfassen und uns auf eine langfristige Zusammenarbeit zur Bekämpfung der Kinderarbeit auf Kakaoplantagen verständigt.

Die FLA hat hierfür im Februar 2012 vor Ort umfassende Untersuchungen in der Elfenbeinküste angestellt. Die Ergebnisse hat die FLA in einem Bericht veröffentlicht. Der Bericht stellt fest, dass im Kakaoanbau in der Elfenbeinküste weiterhin erhebliche Risiken in Hinsicht auf Sozialstandards und Arbeitssicherheit bestehen. Kinderarbeit – meist innerhalb der Familien der Bauern – ist ebenfalls eine Realität auf den Kakaoplantagen. Ihre Ursachen liegen in der Verbindung von Faktoren wie Armut und der sozioökonomischen Situation der Bauern und ihrer Familien. Der Bericht stellt auch fest, dass Zertifizierung alleine keine vollständige Sicherheit bietet, dass keine Kinderarbeit zum Einsatz kommt und dass Sozial- und Arbeitsstandards konsequent eingehalten werden.

Nestlé besitzt oder betreibt keine Plantagen in der Elfenbeinküste, ist aber nach Meinung der FLA aufgrund des großen Einflusses auf seine Lieferanten und der verwendeten Menge an Kakaobohnen mit dem Cocoa Plan gut positioniert, um einen positiven Einfluss auf die Lebensbedingungen der Kakaobauern auszuüben.

Wir verpflichten uns ausdrücklich zur Beseitigung von Kinderarbeit in unserer Lieferkette für Kakao und unterstützen die Empfehlungen der FLA. Nestlé hat auf Grundlage der Empfehlungen der FLA einen Maßnahmenplan aufgestellt, der den Cocoa Plan entsprechend ergänzt. Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit erhalten höchste Priorität, einschließlich der Verbesserungen bei der Umsetzung unseres Lieferantenkodex.

Wir werden zukünftig noch enger mit unseren Lieferanten, Zertifizierungspartnern und anderen Organisationen entlang der Lieferkette für Kakao zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten zu den Ursachen von Kinderarbeit und über die entsprechenden Maßnahmen geschult werden und zur Bekämpfung von Kinderarbeit effektiver beitragen können.

Der 2009 gestartete „Nestlé Cocoa Plan“ bildet einen grundlegenden Rahmen für unsere Maßnahmen im Kakaoanbau. Dieser soll die Kakaobauern in die Lage versetzen, ihre Farmen nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben und auf Kinderarbeit zu verzichten. Unser Ziel ist es,
die Wertschöpfung in der Lieferkette vor allem für die Bauern und ihre Familien zu erhöhen, und gleichzeitig die langfristige Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigem Kakao für unser Unternehmen sicherstellen.

Mehr als 9.900 Kakaobauern in der Elfenbeinküste haben 2012 im Rahmen des Cocoa Plan an Ausbildungsmaßnahmen teilgenommen. Über 1.000.000 hochwertige Kakaopflanzen wurden von Nestlé an die Bauern verteilt. Bis 2015 sollen zusätzliche Trainings für 24.000 Kakaobauern in der Elfenbeinküste durchgeführt und weitere drei Millionen Kakaosetzlinge zur Verfügung gestellt werden.
Es wurde bereits eine erste Schule eröffnet, die wir für eine Partner-Kooperative des Cocoa Plans bauen ließen. In den nächsten vier Jahren sollen in Partnerschaft mit der World Cocoa Foundation weitere 40 Schulen gebaut beziehungsweise instandgesetzt werden.

2013 werden nach Plan 15% unseres weltweiten Kakaobedarfs von Bauern stammen, die in den Nestlé Cocoa Plan eingebunden sind. Das Programm wird kontinuierlich ausgebaut, um diesen Anteil weiter zu steigern. Seit Anfang des Jahres 2012 steht bereits genügend Kakao aus nachhaltigem Anbau zur Verfügung, um die gesamte Kit Kat-Produktion in unserem deutschen Schokoladenwerk in Hamburg abzudecken. Der Kit Kat-Riegel, unser umsatzstärkstes Produkt im Süßwarenbereich, ist das erste Produkt im deutschen Markt, das das Logo des Cocoa Plans trägt. Weitere Produkte sollen zeitnah folgen. Der entsprechende Kakao stammt vollständig von durch UTZ Certified zertifizierten Kooperativen. Alle Partner-Kooperativen des Cocoa Plan, die Nestlé in Deutschland beliefern, werden von UTZ Certified zertifiziert.

Wir sind der Auffassung, dass eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften bei der Schaffung eines belastbaren Systems für Überwachung und Korrekturmaßnahmen den größten Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen leisten kann. Dabei übernimmt das Management von Nestlé in der Elfenbeinküste die Überwachung und Koordination der neuen Initiativen gegen Kinderarbeit. Zusammen mit der International Cocoa Initiative soll ein entsprechendes System aufgebaut werden.
Die FLA wird in den nächsten drei Jahren untersuchen, wie erfolgreich dieses Modell funktioniert.
Zudem arbeiten wir weiterhin mit Partnern wie UTZ Certified und Fairtrade zusammen, um die Partner-Kooperativen des Nestlé Cocoa Plan zertifizieren zu lassen. Dies ist ein wichtiger Teil der Maßnahmen für einen nachhaltigen Anbau und zur Durchsetzung von Arbeits- und Sozialstandards.

Wir teilen die Auffassung der FLA, dass ein einzelnes Unternehmen nicht die Probleme bei der Durchsetzung von Arbeitsstandards im Kakaosektor in der Elfenbeinküste lösen kann. Die Rolle der Regierung und weiterer gesellschaftlicher Gruppen ist von zentraler Bedeutung. Daher unterstützen wir in vollem Umfang den nationalen Aktionsplan der ivorischen Regierung gegen Kinderhandel, Ausbeutung von Kindern und Kinderarbeit. Dies kann und soll eigene Maßnahmen in unserer Lieferkette aber nicht ersetzen.

Es ist für uns wichtig, die weiteren Maßnahmen und Ergebnisse transparent zu machen. Auf der eigens eingerichteten Internetseite www.nestlecocoaplan.com werden wir über die Fortschritte berichten.


Stand: November 2012

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Außerdem stellt Nestlé selbst umfangreiche Informationen unter nestlecocoaplan.com zur Verfügung.

Unter folgenden Links könnt ihr Fragen an Nestlé stellen:
Blog Fair Labor Association
Blog Cocoa Plan

Weitere themenrelevante Links von Nestlé:

Nestlé-Aktionsplan
Partnerschaft mit Fair Labour Association
Maßnahmen gegen Kinderarbeit